Portrait
in Zusammenarbeit mit
Eckhard Kersten, freier Publizist
Kontakt / Contact: kunst@von-keusgen.de
Helmut Konrad Freiherr von Keusgen (Foto: 2022)
1948 in Hannover geboren, gehört von Keusgen zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart und wurde für seine kulturellen Verdienste 1995 vom Freiherrlichen Ritterorden Orden Equestris Baronum Liberorum mit dem Titel des Freiherrn geehrt. Wenngleich man meinen könnte, dass es in der Kunst schon lange keine neue Stilrichtung mehr gibt, so beweist der Künstler (und renommierte Buchautor) seit nunmehr fast vierzig Jahren mit seinen erotisch angehauchten, farbenprächtigen Airbrush-Gemälden der Extraklasse höchst eindrucksvoll das Gegenteil.
In seinen äußerst ästhetischen Bildern vereint der Künstler Farben, Sinnlichkeit sowie allegorisierende Botschaften zu einem faszinierend harmonischen Ganzen. Das Charakteristische an seinen surrealen Gemälden ist die auf subtile Weise reflektierte Philosophie. Da seine Familie ihren Ursprung im frankophilen Raum hat und sich von Keusgen seit Beginn der 1970er Jahre sehr viel in der Normandie aufhält, er seine Künstler-Karriere auch in Paris begann, tragen alle seine Gemälde französische Titel. Sie verleihen ihnen sowohl ein international anmutendes Flair sowie einen geradezu charmanten Charakter.
Von Keusgens Vernissagen sind keine üblichen Kunstausstellungseröffnungen, sondern eher als Kunst-Show-Events zu bezeichnen. Immer wieder präsentiert der Künstler neben einer Vielzahl seiner brillanten Gemälde eines seiner attraktiven Models, das sich dem Publikum singend vorstellt. Zusätzlich ergänzt wird das interessante Rahmenprogramm Keusgens anspruchsvoller und spektakulärer Ausstellungen von zwei Profi-Musikern mit Jazz-Musik und Gesang.
Heute ist Helmut Konrad von Keusgen mit seinen wunderbaren Arbeiten in der ganzen Welt bekannt, und die Resonanzen auf seine Gemälde sind höchst positiv. Von Keusgens Erfolg als Bildender Künstler wird von massenhaft internationaler Presseberichte äußerst löblich bestätigt (siehe auch die Rubrik Pressestimmen).
Das Nobel-Magazin Savoir Vivre beschrieb seine Bilder prägnant:
Philosophie und Erotik in Farbe umgesetzt.
Der Blickpunkt kündigte eine seiner Ausstellungen mit der Headline an:
Künstler Keusgen – Könner kommt!
Die französische Zeitung La Renaissance schrieb über seine Werke:
Dieser Künstler hat einen außergewöhnlichen Stil in der futuristischen und avantgardistischen Malerei gefunden!
Die Allgemeine Zeitung Mainz war weitblickend:
Künstler von Keusgen malt für die Zukunft.
Die französische Zeitung La Manche Libre urteilte:
Helmut von Keusgen – ein himmlischer Maler!
Und die Ouest-France lobte:
Eine Hymne auf die Frauen, in Opposition zu Entartung und Gewalt!
Treffender kann man von Keusgens Bilder nicht beschreiben. Außer der ungeheuren Ideenvielfalt seiner Motive ist es eine immer wieder neue reizvolle Philosophie, die sich hinter seinen farbenfrohen, surrealen Gemälden verbirgt. Allein die äußerst zarte Farbgebung wirkt ohnehin schon sehr erotisch und macht seine Arbeiten auf ganz besondere, geradezu geheimnisvolle Weise so herrlich reizvoll.
Die Frage, warum von Keusgen bevorzugt erotisch anmutende Bilder malt, beantwortete er gleichermaßen plausibel wie souverän: „Als erste Nachkriegs-Generation konnte ich die Schrecken, die der Krieg hinterlassen hatte, noch deutlich sehen und bei den Menschen spüren. Seit meiner Jugend beschäftige ich mich mit Krieg und Militärgeschichte und habe zu diesem Thema inzwischen sechzehn Bücher geschrieben. Da muss es zwingend notwendig einen angenehmen, positiven Gegenpol geben, der mich davor bewahrt, nicht dem Nihilismus zu verfallen, vielmehr immer wieder Abstand zu den Negativa der Weltgeschichte zu bekommen, sonst beginnt die Psyche zu leiden. Und da Erotik nun einmal die schönste Sache auf der Welt ist, male ich erotische Bilder. Weil ich damit so schnell viel Erfolg hatte, glaube ich, dass sehr viele Menschen infolge ihres Alltagsstresses ebenso denken und empfinden wie ich.“
Das Talent, malen zu können, war Helmut Konrad von Keusgen „in die Wiege gelegt“ worden, und schon früh hatte der gelernte Plakatmaler und spätere Grafiker und Werbeunternehmer mit Malstudien begonnen, kopierte Ölgemälde Alter Meister und suchte nach einem eigenen, ganz persönlichen Stil, „denn das ist“, so erklärte er, „heutzutage das Schwierigste, wenn man sich in der Kunstszene einen Namen machen will. Es war ja inzwischen schon fast jeder Weg beschritten worden, außerdem sah ich die ganze Szene lange Zeit mit viel zu großer Skepsis, und genau das war der Grund, warum ich mich der Kunst nicht weiter zugewandt hatte, als ich noch ein junger Mann war.“
Links: „Gilliat und der Krake“, eines von vielen von Keusgen kopierten Ölgemälden. „Doch zu derartiger Auftrags malerei hatte ich langfristig keine Lust“, sagte er, „wenn ich schon male, dann sollte es auch ein echter Keusgen werden…“ So suchte er nach seinem Stil „und einer gewissen Philo-sophie, die sich hinter allen meinen Bildern verbergen sollte, aber immer war das Ergebnis für mich unbefriedigend.“
Rechts: Eines von vielen Keusgen-Experimenten: Eine Allegorie auf die Entwicklung unseres Lebens in Form einer Pflanze mit dem Titel „Life“. Als Trilogie geplant, sollte es in erster Phase die Geburt darstellen, doch die Serie wurde, wie von Keusgen es formulierte, von ihm als „zu unschön“ eingestellt.
In Zeiten zunehmender Unkultur zog im Oktober 1985 plötzlich ein neuer Stern am inzwischen so trist gewordenen Kunst-Himmel auf. Dort, wo andere Künstler nach teilweise jahrzehntelangen Bemühungen erst hinkommen wollen, startete Helmut Konrad von Keusgen seine Karriere – im großen Salon des Nations in der Kunstmetropole Paris. Es begann alles damit, dass er eines Nachts, im Januar 1983, plötzlich aufwachte und den unwiderstehlichen Drang verspürte, sofort etwas zu zeichnen: „So etwas hatte es niemals zuvor in meinem Leben gegeben, es war fast unheimlich. So nahm ich einen Skizzen-Block und zeichnete mit Graphit einen Frauen-Akt in Gestalt einer Fledermaus. Noch während ich zeichnete, wurde mir klar, dass ich in diesem Moment meinen ganz persönlichen Stil, Objekte darzustellen, gefunden hatte.“
In der Nacht vom 21. auf den 22. Januar 1983 wurde von Keusgen sozusagen „von der Muse geküsst“, und er fertigte diese Zeichnung und betitelte sie beziehungsvoll „Le début“ (Der Beginn). Doch der Beginn einer professionellen Künstlerkarriere musste wegen von Keusgens großem Werbeunternehmen noch einige Zeit warten. Aber wegen dieser Zeichnung sollte es 11 Jahre später – am 21. Oktober 1994 – noch zu einer ganz besonderen Begebenheit kommen…
In der Folge fertigte von Keusgen noch weitere Zeichnungen an, „doch wie ich sie farblich umsetzen könnte“, erklärte er, „wusste ich damals noch nicht, nur, dass ich dafür keine der konventionellen Maltechniken und die übliche Art des Farbauftrags anwenden wollte, das sollte ebenso besonders sein wie meine Darstellungen.“ Weil er keine diesbezügliche Alternative fand, stellte von Keusgen seine künstlerische Tätigkeit wieder ein. Aber nur vier Monate später ergab es sich, dass einer der größten Kunden seines Werbeunternehmens ihn damit beauftragte, die Funktionsweise eines katalytischen Abluftreinigungsgerätes auf grafische Weise und als geöffnetes Gerät fotorealistisch und somit verständlich darzustellen (das real die Dimension eines Bungalows hat und auf Fabrikhallen installiert wird). Derartige Arbeiten werden üblicherweise mittels Airbrush (Luftpinsel = Feinspritz-) Technik ausgeführt. Die dafür verwendeten speziellen Spritzpistolen sind nicht größer als ein Füllfederhalter und ermöglichen einen nur ganz feinen, folglich äußerst transparenten Farbauftrag. Von Keusgen kaufte das für diese Arbeit benötigte Equipment, und nach nur einer kurzen Anweisung durch eine Kunststudentin, die in seinem Werbegeschäft nebenbei arbeitete, machte er sich mutig und rein autodidaktisch an seine erste, gleichermaßen technisch wie grafisch aufwendige und großformatige Airbrush-Arbeit. Als Vorlage diente ihm lediglich eine technische Zeichnung und einige Erklärungen des Konstrukteurs. Von Keusgens Arbeit wurde ein echter Erfolg.
Von Keusgens erste Airbrush-Arbeit wurde gleich ein Erfolg – sowohl was den Anspruch seines Kunden betraf, wie auch für ihn selbst, der somit ein neues, ganz spezielles „Medium“ für seine künstlerischen Arbeiten gefunden hatte.
Zwei von etlichen verschiedenen Spritzpistolen-Typen
Von Keusgen 1996 in seinem Airbrush-Atelier
Schon während dieser, seiner ersten Airbrush-Arbeit, erkannte von Keusgen das enorme Potential, das in dem kleinen Luftpinsel steckt, und nur wenige Tage später hatte er damit bereits die ersten vier künstlerischen und infolge der extrem zarten Farbgebung höchst erotisch anmutenden Gemälde gefertigt. Ohne dieses bewusst forciert zu haben, hatte er seinen neuen, ganz eigenen Malstil gefunden. Von Beginn an gab der Künstler seinen ungewöhnlichen Kreationen französische Titel. Seine erste, höchst modern anmutende Serie betitelte von Keusgen gleichermaßen philosophisch wie beziehungsvoll: Femmes de l’avant-garde (Frauen der Avantgarde).
Le tapis rouge
(Der rote Teppich)
Nuit fantastique
(Phantastische Nacht)
Le provocant joi
(Das provokante Spiel)
Femme de l’avant-garde
(Avantgardistische Frau)
1983 hatte von Keusgen neben seinem Werbegeschäft noch eine Motorsport-Promotion-Agentur und ein eigenes Rennteam mit Formel-3-Rennwagen und -Rennbooten gegründet und war auch selbst noch als Rennfahrer aktiv.
Von Keusgen als Team-Chef und im Cockpit eines Rennwagens.
Nachdem von Keusgen 1984 die Formel-3-Team-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, wurde er anlässlich des Abschlusses eines Sponsor-Vertrags mit Champion (Zündkerzen) in seinem Privathaus, im Frühjahr 1985, von einem belgischen Kunstagenten als moderner Künstler entdeckt. Der war von Keusgen Gemälden derart begeistert, dass er ihm die große Chance bot, bereits im Oktober desselben Jahres seine futuristischen Gemälde vor einem internationalen Publikum in Paris auszustellen – im großen Salon des Nations. Von Keusgen nahm dieses Angebot zwar an, betrachtete die ganze Angelegenheit jedoch lediglich als ein extravagantes Abenteuer. Im Oktber 1985 präsentierte er dann seine ersten Airbrush-Bilder in der Kunstmetropole Paris und startete seine Künstlerkarriere gewissermaßen an der Spitze – dessen er sich damals überhaupt nicht bewusst war.
Links: Von Keusgen’s persönliche Einladungskarte für seine Kunstpräsentation im „Salon des Nations“.
Rechts: Das Werbeplakat des „Centre International d’Art Contemporain“ für die große Kunstausstellung im „Salon des Nations“.
Trotz der äußerst positiven Resonanzen auf seine Gemäldepräsentation im Salon des Nations und den verlockenden Angeboten zweier großer, sich weltweit exponierender Galerien für das Folgejahr in Mailand, Madrid, London, New York und nochmals in Paris ausstellen zu können, setzte von Keusgen dennoch seinen so spektakulär begonnenen Weg als Künstler nicht fort, zum Unverständnis all derer, die ihn und seine außergewöhnlichen Gemälde inzwischen kannten. „Damals hatte ich ein lukratives Werbeunternehmen, eine Motorsport-Agentur und ein international agierendes Rennteam und überhaupt keine Zeit für weitere Extravaganzen“, erklärte von Keusgen, „und ich betrachtete die Kunstszene bisher sowieso mit großer Skepsis. Das war damals nicht meine Welt.
Ich hatte Familie und außerdem ein großes Haus gekauft, musste Geld verdienen. Wie ich jedoch mit meinen Gemälden ausreichend viel Geld verdienen könnte, war mir derzeit noch unverständlich. Aber da gab es noch etwas: Schon seit vielen Jahren betrieb ich nebenbei ernsthafte Recherchen betreffs der beiden jeweils zu ihrer Zeit bedeutendsten militärischen Ereignisse – Waterloo 1815 und die Landung der Alliierten in der Normandie 1944. Es war schon damals mein berufliches Ziel, eines Tages als Schriftsteller für Historie tätig zu werden. Um irgendwann auch diesen Weg beruflich beschreiten zu können, brauchte ich völlige finanzielle und zeitliche Unabhängigkeit. Als professioneller Einsteiger in die Kunstszene würde ich mich und meine Familie dem Risiko aussetzen, dass ein problembehaftetes Existenzialistenleben nicht auszuschließen war, was in der Kunstszene ja wahrhaftig keine Seltenheit ist.“
Für das Multitalent von Keusgen blieb die Malerei damals vorerst ein nur selten und am Rande seiner hauptberuflichen Tätigkeiten als Werbeunternehmer betriebenes Hobby, ebenso seine historischen Recherchen und die Schriftstellerei. Das, was andere in seinen Werken als Kunst ansahen, betrachtete er lediglich als künstlerische Spielerei. Doch wieder einmal stellte von Keusgens außergewöhnliches Schicksal eine neue Weiche…
Da die Erfahrung bewiesen hatte, dass von Keusgens Gemälde beim Publikum sehr positiven Anklang finden, veranstaltete der Werbefachmann 1992 und 1993 in seinen großen Geschäftsräumen einmal jährlich und jeweils für nur ein einziges Wochenende eigene Gemäldeausstellungen für seine Kunden – Aktionen, die lediglich als Promotion für sein Unternehmen geplant waren.
1993 hatte dann die Kunstagentur Art&Advertising eine Dreier-Serie Telefonkarten mit von Keusgens Motiven aufgelegt, was nicht unerheblich zu einer sprunghaft wachsenden Popularität als Künstler beitrug. Der aus den Ausstellungen und der Telefonkarten-Serie resultierende Erfolg sowie seine positiven wirtschaftlichen Verhältnisse motivierten von Keusgen Anfang 1994, einen zwar sehr gewagten, doch schon seit längerer Zeit heimlich geplanten Schritt zu vollziehen – den totalen Ausstieg aus dem stressigen Werbe- und Motorsport-Business sowie eine als nur zeit- und testweise geplante, ausschließlich künstlerische Tätigkeit.
Noch im selben Jahr bot sich ihm die nächste Möglichkeit, seine ungewöhnlichen Gemälde auszustellen. Dieses Mal in einem renommierten Mercedes-Benz-Autohaus. Für sein nun professionelles Auftreten als Künstler wollte sich der Werbefachmann deutlich von der üblichen Kunstszene abheben und in jedweder Weise ein eigenes, außergewöhnliches Erscheinungsbild prägen, was ihm auch spontan gelang und zu einem höchst individuellen und völlig untypischen Künstler-Image führte. Und wieder war es ein voller Erfolg, denn von nun an funkelte über von Keusgens Künstlerkarriere ein charakteristischer Stern, und von nun an deklarierte er seine weiteren Kunstausstellungen sehr zutreffend als Ausstellung der Bilder für die Zukunft.
Von Keusgens Telefonkarten-Serie
Links: L’obscurité (Die Finsternis)
Mitte: Tête d’amour (Kopf der Liebe)
Rechts: La femme qui fume
(Die Frau, die raucht)
Im Laufe der Zeit entfernte sich von Keusgen immer mehr von Objekt-Darstellungen, die er frei aus dem Kopf zeichnete, und begann, mit Models zu arbeiten. Die Foto-Shootings und grafischen Umsetzungen am Zeichentisch nahmen zu, und sein markanter Stil ging in eine neue Richtung. Seine Bilder wurden „hintergründig“ – in Farbe umgesetzte Philosophie.
1991 und 1992 hieß von Keusgens attraktives Model Angélique. Von ihr entstanden viele Fotos und etliche Airbrush-Gemälde.
1995 und 1996 veranstaltete Helmut Konrad von Keusgen insgesamt 24 Kunstausstellungen – vornehmlich in Mercedes-Benz-Autohäusern, und jeweils nur für ein einziges Wochenende. Der Ex-Werbemanager sagte dazu: „Der nur kurze Zeitraum meiner Präsentationen macht sie nur noch interessanter. Auftreten und wieder verschwinden, um eine derartige Aktion schon bald an einem anderen Ort zu wiederholen.“
Zu einer dieser exklusiven Samstagabend-Vernissagen in einem der vielen Mercedes-Benz-Autohäusern erschien am 21. Oktober 1994 ein bärtiger Scheich mit dunkler Sonnenbrille und in seiner weißen saudiarabischen Tracht. Er hatte an jenem Tag in diesem Autohaus drei Fahrzeuge der S-Klasse gekauft. An einer Leine führte er drei weiße Kampfhunde, und drei in lange, weiße Gewänder gehüllte, völlig verschleierte Frauen trippelten mit kleinen Schritten neben-einander hinter dem Scheich her. Nach Betreten des großen Ausstellungsraums steuerte der Saudi direkt auf von Keusgens erste Zeichnung „Le début“ zu. Seine drei Frauen blieben in respektvollem Abstand dicht nebeneinander stehen und schwiegen. Dann schnippte der Scheich mit den Fingern, und mit einer befehlenden Geste beorderte er den Künstler zu sich. Der Scheich wies auf das exklusiv gerahmte Skizzenblatt und fragte laut und für die vielen anwesenden Besucher deutlich vernehmlich:
„What is your price?“
Von Keusgen zeigte dem Saudi den Verkaufsprospekt und erklärte freundlich:
„Bitte sehen Sie hier“, und er wies auf die Abbildung und den dazugehörigen Text, „diese Zeichnung ist unverkäuflich. Es ist meine erste künstlerische Arbeit in diesem futuristischen Stil.“ Der Scheich ignorierte von Keusgens Worte:
„What’s your price?“
Nochmals erklärte von Keusgen, dass dieses Bild nicht verkäuflich sei. Die Szene erregte inzwischen in dem Autohaus allgemeine Aufmerksamkeit, auch bei den anwesenden Journalisten. Noch nachdrücklicher, und in befehlendem Ton fragte der Scheich:
„What’s your price?“
Doch von Keusgen sagte lächelnd:
„Sorry, but this is my last word – no!“ Nun unterbreitete ihm der Scheich ein außergewöhnliches finanzielles Angebot:
„You can take what you want, I don’t have a limit!“
Gespannt blickten die anwesenden Besucher zu von Keusgen. Jemand flüsterte ihm zu:
„Nehmen Sie doch zehntausend Mark.“
„No“, antwortete von Keusgen gelassen, „I don’t sell this object.“ Laut hallten die Worte des Scheichs in dem Autohaus:
„You can take what you want! I don’t have a limit!“
Von Keusgen schwieg lächelnd. Da wendete sich der Scheich, offensichtlich verärgert, auf der Stelle um, und gefolgt von seinen drei Frauen verließ er das Autohaus. Jemand sagte:
„Sowas hat der noch nie erlebt…“
Am Sonntagmorgen war der Scheich wieder da, und nochmals wiederholte sich derselbe Dialog, und wieder blieb von Keusgen unerschütterlich. Von einer Journalistin, die schon am Vorabend anwesend war, auf von Keusgens Verkaufsverweigerung angesprochen, entgegnete er: „Ich bin weder bestechlich, noch bin ich käuflich, und erst recht kein Befehlsempfänger, egal zu welchem Preis.“
Damals war das Skizzenblatt unverkäuflich, und von Keusgen widerstand konsequent dem traumhaften Angebot. Aber seitdem hat das Skizzenblatt einen höchst ungewöhnlichen Preis: 1 Million Euro – und wurde von nun an bei sämtlichen seiner Kunstausstellungen zu einem spektakulären Publikumsmagneten. Auf die Frage, wieso sich von Keusgen für diesen extremen Preis entschieden hat, antwortete er lächelnd: „Das ist nicht der Preis für das Kunstobjekt als solches, sondern Schmerzensgeld, falls es tatsächlich jemand kauft.“
Aber da gab es noch etwas, mit dem von Keusgen einmal mehr Aufmerksamkeit erregte, was für ihn wiederum eine weitere, äußerst positive Publicity und eine außergewöhnliche Ehrung zur Folge hatte: 1995 wurde die „Von-Brauck-Stiftung“ gegründet, die sich für die Förderung unterprivilegierter Kinder einsetzt. Von Keusgen schrieb eine „philosophische Geschichte für große und kleine Leute“, die vom Mitleid handelt, das von den von ihm so genannten Similis personifiziert wird. Als Bücher mit einer limitierten Auflage von eintausend Exemplaren aufgelegt und von ihm „Die Similis“ betitelt, wurden alle numeriert und handsigniert und anlässlich seiner Kunstausstellungen zu einem Preis von jeweils 50,- DM verkauft. Infolge sich rasch einstellender, äußerst positiver Presseberichte, waren sämtliche Bücher innerhalb nur weniger Monate vergriffen. Der gesamte sich daraus ergebende Erlös kam komplett der „Von-Brauck-Stiftung“ zugute. Das von Keusgen für die Titelseite besagten Buches gemalte Bild (bereits sein 108. Gemälde) benannte er beziehungsvoll „La pitié“ („Das Mitleid“ – im Sinne von Erbarmen) und ließ es versteigern, was der Stiftung weitere 10.000,- Mark einbrachte. Anlässlich der Präsentation besagten Gemäldes im Wiesbadener Hotel Holiday Inn Crown Plaza wurden führende Mitglieder einer Adelsvereinigung auf von Keusgen und dessen ungewöhnlichen Gemälde sowie seinem karitativen Engagement aufmerksam, führten ein langes Gespräch mit ihm und bezeichneten seine Bilder mit ihrem philosophischen Hintergrund als höchst beeindruckend. Nur wenige Wochen später wurde von Keusgen für sein kulturelles und soziales Engagement mit dem Titel des Freiherrn geehrt.
Links: Keusgens Buch Die Similis*
*Simili: Ähnlichkeit, Nachahmung, Kopie, besonders von Edelsteinen; in Anlehnung an Assimilation**
**Assimilation in der Biologie: Umwandlung der Nahrung in körpereigene Stoffe. Assimilation in der Sprachlehre: Angleichung zweier Laute zur Vereinfachung der Aussprache. Assimilation bedeutet auch das Aufgehen in einem anderen Volkstum.
Rechts: Die Verleihungsurkunde des Freiherrlichen Ritterordens „Orden Equestris Baronum Liberorum“, mit der von Keusgen 1995 für sein kulturelles wie soziales Engagement ehrenhalber in den Freiherrnstand erhoben wurde.
Da kein Künstler längerfristig immer nur dasselbe Model malen sollte, arbeitete von Keusgen ab 1994 mit mehreren anderen Models, doch jeweils immer nur für kurze Zeit. Dazu erklärte er: „Ich war auf der Suche nach einem ganz besonderen Frauen-Typ, eine, die auch bei Frauen gut ankommt, denn wie sich erwiesen hatte, interessieren gerade diese sich für meine hintergründig philosophisch angehauchten Gemälde.“
Von Keusgens lediglich Samstagsabends stattfindenden Vernissagen, zu denen die Autohäuser ihre solvente Klientel einluden, entwickelten sich zunehmend zu regelrechten Show-Events, anlässlich derer der Künstler gewissermaßen zum Entertainer wurde und seine attraktiven Models präsentierte. Schnell hatten sich Presse und Fernsehen für die ungewöhnlichen Ausstellungen dieses Senkrechtstarters der Kunstszene interessiert und sorgten für eine gute Publicity. Bis Anfang 1997 hatte von Keusgen bereits 152 meist großformatige Gemälde produziert. Die für die Bildmotive zwingend notwendige Abwechslung seiner Models zwang ihn nach inzwischen fünf hübschen jungen Frauen wieder einmal, nach einer „neuen“, noch besondereren zu suchen – und er fand sie. Dazu erklärte von Keusgen: „Élodie brachte alle positiven Eigenschaften mit, die ich mir für eine noch buntere Show nur wünschen konnte. Sie ist ein sehr hübsches, sensitives Naturtalent mit hervorragenden darstellerischen Fähigkeiten; und es ist gerade ihre reflektierte Schüchternheit, die sie so attraktiv und liebenswert macht.“
Nachdem von Keusgen ein für ihren Typ optimales Outfit kreiert hatte, fuhr er mit ihr nach Brüssel, um vor einer ganz besonderen Kulisse – dem weltbekannten Atomium – von ihr einige werbewirksame Fotos aufzunehmen. Aber seine spektakuläre Aktion erregte bei den Autofahrern derart großes Aufsehen, dass die Polizei einschreiten und das Rondell, auf dem von Keusgens Photo-Session stattfand, für den öffentlichen Straßenverkehr zeitweise sperren musste.
Dann schickte von Keusgen Élodie für vier Wochen zu einer speziellen Model-Schulung, danach fuhr er mit ihr ins professionelle Keusgen-Tonstudio in Haldern (Inhaber Klaus-Dieter Keusgen) zu Aufnahmen für ihre eigene CD. Mit dem speziell für Élodie getexteten und komponierten Song La Mélodie d’Élodie präsentierte von Keusgen sein hübsches Model nun anlässlich jeder der Vernissagen seiner Kunstausstellungen als seine „Muse“ musikalisch – zur Begeisterung des Publikums. Zu den Ausstellungseröffnungen singt die Schönheit: „Gestatten, mein Name ist Élodie; ich lebe nur in deiner Phantasie…“
Model Élodie vor dem Atomium in Brüssel – von der Polizei beschützt, und um schaulustige Autofahrer fernzuhalten
Élodies CD „La Mélodie d’Élodie“
Von Keusgens Allegorie betreffs seines Aufbruchs in seine Zukunft mit dem neuen Model Élodie: „La odyssée“
Eine Portrait-Studie, betitelt mit „Élodie“
In nur fünf Wochen entstanden sieben Gemälde vom Model Élodie, mit einer neuen Philosophie voller Lebensfreude – die Serie Élodie. Obwohl von Keusgens Gemälde zu Preisen in vier- und fünfstelliger Höhe verkauft wurden – auch in Frankreich – war diese Serie schon in kurzer Zeit vergriffen. Bereits ab 1994 hatten vier namhafte internationale Kunstvertreiber die Copyrights von einigen seiner Gemälde erworben, um mehrere verschiedene Kunstdruck-Serien für den Weltmarkt zu produzieren (siehe Rubrik Bilderangebot). Von Keusgens Popularität stieg weiterhin sprunghaft. Anlässlich gelegentlicher Atelierausstellungen bestellten Kollektionäre bereits vorab noch unvollendete Gemälde.
Zu seinem Erfolg sagte von Keusgen: „Für mich kommt Kunst von Können, was man in der Kunstszene leider nicht immer erkennen kann.“ Er vergaß zu erwähnen, dass er auch Werbeexperte ist, fügte aber hinzu: „Im amerikanischen Business gibt es zwei wichtige Worte, nach denen jeder erfolgreiche Manager agiert – think big.“ Und noch etwas hatte von Keusgen erkannt: „Wer seine Zeit und die sich ihm bietenden Möglichkeiten nicht optimal nutzt, wird in seinem Leben keinen wirklich großen Erfolg haben.“
Im für die Kunstszene ungewöhnlichen Exklusiv-Outfit: Helmut Konrad Freiherr von Keusgen und sein Model Élodie. Dazu sagt der Gentleman-Künstler: „Erfolg ist programmierbar. The show must go on!“
1997 entstand die höchst erfolgreiche Serie Élodie – ein buntes Feuerwerk mit philosophischem Hintergrund.
Élodie dans la pais des rêves (Élodie im Land der Träume)
La Symphonie du lac des Cygnes (Schwanensee-Symphonie)
Vénus 2000
La joie (Die Freude)
La garde de la dame (Die Garde der Dame)
Infolge Élodies häufiger Auftritte und der ungewöhnlich vielen Presseberichte gewann das Model rasch an Popularität und wurde von Mercedes-Benz-Autohäusern wiederholt zu Präsentationen neuer Fahrzeugtypen engagiert. Anlässlich der Präsentation eines neuen B-Modells wurde das große Tuch, mit dem das Fahrzeug zugedeckt war, großformatig mit ihrem Namen beschriftet. Während Élodie das Auto enthüllte, sang sie ihren philosophischen Song – unter dem Applaus des Publikums. Von Keusgen wurde mehrmals mit der Kreation origineller Werbeslogans beauftragt.
Von Keusgen mit seinem attraktiven Model Élodie. Exklusive Gemälde in exklusiven Häusern mit exklusiven Autos – eine optimale Kombination. Von Keusgen geht dorthin, wo er eine solvente Klientel trifft: „Ich bin eben ein Geschäftsmann, der zufällig malen kann. Mir ist das Business ebenso wichtig wie die Kunst.“
1995 brachte Mercedes seinen „Vieräugigen“ heraus und bewarb ihn mit dem Slogan „Mercedes mit neuen Augen sehen“. Von Keusgen setzte diese Philosophie sofort in Farbe um: Ein Auto, auf das die ganze Welt mit den Augen einer Hochkultur blickt. Auch dieses Gemälde ließ von Keusgen für soziale Zwecke in einem Mercedes-Autohaus versteigern – für 4.000,- Mark.
Bereits nach nur kurzer Zeit seines künstlerischen Schaffens kreierte von Keusgen auch Etiketten für Wein-, Sekt- und Champagner-Flaschen. Der Werbeexperte wählte für die Champagner-Flasche sein Gemälde „Jour et nuit“, mit dem er auf subtile Weise vermittelt, dass man dieses exklusive Getränk am Tage sowie in der Nacht genießen kann.
Von Keusgen mit einem seiner Kollektionäre anlässlich einer seiner gelegentlichen Atelier-Ausstellungen – Dieter Ehrhard: „Von Keusgens Bilder machen süchtig. Besitzt man erstmal eines, will man immer mehr haben, denn sie entzücken, verführen und berauschen.“
Und mit dieser Ansicht ist Herr Ehrhard wirklich nicht allein. Doch in Wahrheit sind es deutlich mehr Frauen als Männer, die von Keusgens Gemälde kaufen, „denn“, so erklärte der Künstler, „Frauen identifizieren sich mit den Themen, den Darstellungen und der Philosophie meiner Bilder. Sie erkennen schnell, dass es sich dabei nicht um schlüpfrigen Chauvinismus handelt, sondern vielmehr um die tatsächliche Verehrung ihres Geschlechts.“
Über die Entstehung seiner Gemälde erklärte von Keusgen: „Außer meiner Intuitionen brauche ich Leinwand, Farbe und ganz viel Jazz.“ (Sein Vater war Jazzer und hatte 1958 in Hannover den ersten sogenannte Jazz-Keller gegründet und somit den Grundstein dafür gelegt, dass Hannover zur Hauptstadt des Jazz in Deutschland wurde. Helmut Konrad von Keusgen war mit Jazz-Musik groß geworden – im wahrsten Sinne des Wortes…)
Aber es gibt noch etwas, auf dass von Keusgen sehr großen Wert legt: „Gemälde erlangen ihre Vollkommenheit erst durch den optimal zum Motiv passenden Rahmen, wenngleich man bei der Auswahl mitunter recht mutig sein muss, aber sie verleihen ihnen erst ihren wahren Charme, adeln sie gewissermaßen.“
Mehr über von Keusgens Künstlerkarriere und sein abenteuerliches Leben, sowie die Philosophie, die sich hinter seinen Gemälden verbirgt, kann man in der ihn betreffenden Biographie Bilder für die Zukunft von Karin Clarissa Röhrs lesen. Genau zwanzig Jahre lang hat die Autorin als Organisatorin und Assistentin an der Seite des international bekannten Airbrush-Künstlers und Schriftstellers gearbeitet. Hier ihre Biographie einer seiner beiden großen Karrieren – jene als malender respektive bildender Künstler.
Format 17,5 x 24,5 cm, 112 Seiten, ganzfarbig
mit beiliegender Musik-CD „La Mélodie d’Élodie“
Preis inklusive Versandkosten € 25,-
Bestell-Nummer B 001
Bestellung unter: kunst@von-keusgen.de